
Maris II
Storebro Royal Cruiser 34 / Adler 34
Hier gehts zu den Törns:
- Auf zum Mittelmeer (2003)
- Von Pula nach Kukljica (2003)
- Der erste Urlaub (2003)
- Jahreswechsel 2003/2004
- Von Kroatien nach Griechenland (2004)
- Endlich in Griechenland (2004)
- Griechenland/Korfu (2004)
Natürlich haben wir an der Maris II im Winterlager gearbeitet bis zur letzten Minute. Der Antifouling-Anstrich war noch nicht ganz trocken, als unser altes Schätzchen per Kran auf den Schwertransporter gehoben wurde. Der wirklich gute Mann (Günter Obst aus Kiel) hatte uns noch den letzten Adrenalin-Stoss versetzt, als er bereits mehrere Stunden vor dem vereinbarten Termin auf dem Hof stand. Er hatte es nur gut gemeint "sei lieber etwas eher da, damit er nicht suchen muss, wir sollen uns ruhig Zeit lassen, aber das Radar muss auf jeden Fall noch runter, sonst passt er nicht unter den Brücken durch". Es ist der 12. März 2003, als der große Moment gekommen ist. Millimetergenau setzt Günter Obst das Boot auf seinen Transporter, schüttelt bedenklich sein weises Haupt, als er die mit Tape verklebte Plane sieht, die den Fahrstand der Maris abdecken und vor Regen und Spritzwasser schützen soll und macht noch so manchen hilfsbereiten Handgriff, der eigentlich nicht zu seinem Job gehört. "Alles in Butter" Am Nachmittag rollt die Maris II auf drei Achsen und zehn Rädern Richtung Slowenien, Zielhafen Koper. Letztendlich wollen wir nach Kroatien, aber die "Einfuhr" des Bootes über Slowenien ist erheblich günstiger als der Transport direkt nach Kroatien. Etwas mulmig ist uns schon, als wir das Boot noch von einer Brücke aus auf der Autobahn sehen. Wie wird es nach drei Tagen Fahrt dort ankommen? Schon am selben Abend halten wir es nicht mehr aus und rufen Günter Obst auf dem Handy an. "Alles in Butter", beruhigt uns der erfahrene Transporteur, "nur Ihre Plane habe ich schon mal abgemacht bevor die einem vors Auto fliegt..". "Es gibt da ein Problem..." Stattdessen klingelt das Handy. Günter Obst. "Es gibt da ein Problem..." Er steht an der slowenischen Grenze und ihm fehlt ein Papier. Nicht für die Maris, nein, da hat er alles zusammen. Es ist eine "Umweltunbedenklichkeitsbescheinigung" für seinen eigenen Transporter. Während wir noch nach Luft ringen, hat der Mann schon einen Plan: Er wird das Boot dort auf dem Zollhof stehen lassen, nur mit der Zugmaschine nach München knallen, diesen Wisch besorgen und noch in der Nacht bei uns sein. Inzwischen haben uns andere Transporteure in Koper versichert: Die Regelung gilt erst seit 4 Tagen, Günter Obst konnte nicht wissen, dass er so etwas braucht. "Eine neue, spontane Idee der Slowenen", wissen die anderen Fahrer. Also beruhigen wir nun Günter Obst: "Riskieren Sie nichts, wir sind ja hier und finden schon eine Unterkunft". In der Marina Koper gibt es tatsächlich ein sog. "Seglerheim", in dem wir für teuer Geld ein "Zimmer" mit Hochbett bekommen. Jedes Zimmer in einer gewöhnlichen Jugendherberge allerdings ist eine Suite dagegen. Zu eng, um sich drin umzudrehen, stapeln wir uns samt nötigem Nachtgepäck in dem Schlauch. Kein Tisch, kein Stuhl, keine andere Ablage. Klo natürlich drei Türen weiter auf dem Flur. Ich habe rund 20 Stunden nicht geschlafen, Andreas schnarcht ohrenbetäubend und die "Pizzeria" nebenan hatte nicht mal ne Tomatensuppe. Was für ein erster Törn... "You have 10 minutes..." Natürlich kommt Günter Obst doch noch in der Nacht, die Maris ist heile, alles ist gut. In dem dem superprofessionellen Hafen wird wie am Fließband gekrant. Zahlreiche Charterfirmen lassen hier ihre nagelneuen Boote zu Wasser und fahren dann nach Kroatien rüber.. "Okay", sagt der Hafenmeister in gut verständlichem Englisch zu uns, als wir dran sind, "sofort die Fender raus, alle Klampen mit Leinen belegen, Seeventile kontrollieren und Boot umgehend festmachen. "You have 10 minutes..." Ich setze mein charmantestes Lächeln auf und zirpe: "It`s our first turn." Er grinst: "Okay, 15 minutes...." Einklarieren Leider haben wir Zeit verloren und können uns die tollen kroatischen Städte wie Porec und Rovinj nicht anschauen. -Aber die kennen wir ja bereits schon von unserem letzten Segeltörn. Wir starten durch bis Umag, Erster Einklarierungshafen von Kroatien und zu. Das kann doch nicht sein, die Marina Umag ist laut ACI ganzjährig geöffnet. Aber es scheint so: Ein Absperrband ist vor die Marina-Einfahrt gespannt. Wir tuckern außen rum, entdecken Moorings außen an der Marinamauer. Mit vereinten Kräften versuchen wir, die hoch zu hieven. Schließlich ist es schon Nachmittag und es wird in absehbarer Zeit dunkel. Die Moorings sind aber dermaßen stramm gespannt (damit dort im Winter keiner anlegt, wie wir später erfahren), so daß das Anlegen zum nicht zu bewältigenden Kraftakt eskaliert. Während wir noch mit hochroten Köpfen zugleich wild an einer Mooring reißen, tönt es erstaunt zu uns herüber: "Hallo? Was machen Sie denn da?" Es ist der Marinero, der nur abgesperrt hatte, weil er im Winter die Marina alleine betreut und nicht überall gleichzeitig sein könne. Sicher können wir rein kommen, müssen aber erst zum gegenüber liegenden Zoll. Nach uns legt am Zollkai noch ein Segler an. Wir stiefeln schon mal mit allen Papieren bewaffnet in das winzige Büro. Zu unserem Erstaunen ist alles vollständig, das Einklarien klappt reibungslos. Als wir fertig sind, schließt der Beamte unmittelbar hinter uns die Tür direkt vor der Nase der Segler. Feierabend. Ohne Einklarierung aber kein Zutritt zur Marina. Die Segler müssen wohl oder übel die Nacht am Zollkai verbringen wir fahren rüber und verbringen ein paar Tage in der Marina, die wie eine ausgestorbene Stadt wirkt. Das einzige, was man hört, ist das beinahe gespenstisch wirkende Klimpern der Salinge, denn dicht an dicht liegen die Boote, aber noch ist niemand da. Kein Wunder, denn es ist saukalt in Kroatien. Nachts sinkt das Thermometer bis unter die Null-Grad-Grenze. Wir wollen aber unsere Heizung nicht nachts durchlaufen lassen. Also ziehen wir abends alles an, was wir so mit haben und schlafen bis höchstens fünf Uhr morgens. Dann bibbert einer von uns zum Heizungsschalter und stellt ihn auf "Ein". Und spätestens beim Kaffe kochen heizt uns der Petroleumherd, den wir damals noch nicht im Griff hatten, ordentlich ein. Aber irgendwie hatte ich mir das Mittelmeer anders vorgestellt... Um in die Altstadt zu gelangen, müssen wir nur über die Straße gehen. Wir lassen uns den Stadtbummel nicht vermiesen, Pula ist auch bei knapp über Null Grad schön. Aber ist es dort auch sicher? Ein Ehepaar aus dem Münchner Raum kann uns beruhigen: "Wir sind schon seit Jahren hier und hatten nie Probleme mit Kriminalität. Nur im Sommer würden wir Ihnen empfehlen, hier das Weite zu suchen. In Pula gibt es dann nämlich Probleme mit der Kanalisation...". Aber so lange wollen wir nun auch nicht bleiben. Per Bus fahren wir zunächst bis nach Koper und holen das Auto nach Pula. Schweren Herzens packen wir unsere Sachen, werfen einen letzten Blick auf die Maris und treten die Heimfahrt an. Aber wir sind auch stolz: Unser erstes Etappenziel haben wir geschafft und wir sind es auch... Dagmar Hier gehts zu den Törns:




Wir setzen uns einen Tag später ins Auto und starten ebenfalls nach Koper. Nach unseren Berechnungen müssten wir unser Boot am Mittag des 14. März überholen und so ist es auch. Schon ein komisches Gefühl, die Maris auf der Autobahn zu sehen. Ein kurzer Telefonkontakt, ein freundliches "bis gleich in Koper" und wir geben Gas. Eigentlich wollen wir am Nachmittag noch kranen und dann auf dem Boot übernachten. Wir kommen gut in Koper an und warten voller Vorfreude auf den Schwertransport, der ja nun auch jede Minute um die Ecke kommen muss. Aber nichts passiert. Stattdessen klingelt das Handy.
Aber alles klappt bestens, Günter Obst will uns sogar die horrenden 13 Euro pro Person für die Übernachtung von der Rechnung abziehen, was wir natürlich ablehnen (hätte er es nicht angeboten, hätten wir drauf bestanden...) und wir haben reichlich Zeit, die Maris komplett fertig zu machen, denn die Bora hält uns in Koper fest. Der Wind zischt und donnert übers Wasser, und freundlich lächelnd zahlen wir einen Marina-Tag nach dem nächsten..
Doch dann ist es soweit: Aufgeregt fahren wir raus aus der Marina, Kurs Pula. "Ist ganz einfach", erklärt mir Andreas, "immer links rum". Das Wasser ist doch noch sehr viel bewegter, als wir geglaubt haben, und es dauert eine Weile, bis wir Geschwindigkeit, Wellengang und das Seeverhalten der Maris koordiniert haben. Dann geht alles prima, und wir strahlen bis zu dem Moment, wo eine Maschine plötzlich ausgeht und jeden weiteren Startversuchen widerborstig standhält . Nicht so tragisch, wir haben ja zwei, aber der Schaden sollte möglichst schnell behoben werden. Also endet unsere Fahrt unvorhergesehen bereits noch in Slowenien in Portoroz. Eine der unfreundlichsten, teuersten und überheblichsten Marinas, die wir auf unseren Törns kennengelernt haben. Bei der Reparatur es hatte sich Kondenswasser im Tank gesammelt und nun die Dieselfilter verstopft brauchen wir Hilfe vom "Service". Ein älterer Schrauber hilft rund 2 Stunden, später stehen vier auf der Rechnung. Man habe den Assistenten mit berechnet, der sei ja schließlich dabei gewesen. Der besagte Assistent war ein Schluffen von vielleicht 17 Jahren, hatte per Moped Werkzeug gebracht, eine Zigarette geraucht, dumm rumgestanden und war dann wieder losgeknattert. Wir einigen uns auf drei Stunden und suchen so schnell wie möglich das Weite.
Von Umag fahren wir einen langen Schlag bis Marina Vrsar. Schließlich haben wir insgesamt nur zwei Wochen Zeit. Die neue Marina erfreut uns mit einem sehr netten, zu Fuß zu erreichenden Städtchen und einem Rabatt von 30% auf den Liegeplatz wegen "low season". Das haben wir nirgendwo anders bekommen . Dann endlich kommen wir in Pula an. Hier soll die Maris II erstmal bis Mai bleiben, jedoch nicht in der schicken, aber völlig überteuerten Marina Veruda. Wir wollen die Maris im ACI-Stadthafen von Pula lassen, der mit der sogenannten "Torte". Dort finden wir einen Platz mit Blick aufs Colosseum.



- Auf zum Mittelmeer (2003)
- Von Pula nach Kukljica (2003)
- Der erste Urlaub (2003)
- Jahreswechsel 2003/2004
- Von Kroatien nach Griechenland (2004)
- Endlich in Griechenland (2004)
- Griechenland/Korfu (2004)
Dezember ´06: Die "Maris II" ist verkauft, hier geht´s zum neuen Schiff (klicken)
